01.03.17, Andre und die Anderen, Schapka (Шапка), Permander, Kramladen 1080 Wien


Andre und die Anderen, das Duo mit soliden Drums, kräftiger Stimme und mit deutschen Texten schaffte es zu zweit, wie eine ganze Band zu klingen und stimmte das Publikum gekonnt auf den weiteren Abend ein. Knackige Gitarrenriffs durchzogen von Effekten und begleitet von rockigen Drumbeats hallten durch den Saal, welcher sich nach und nach füllte. Die Band, welche eigentlich üblicherweise zu viert auftretet schaffte es auch zu zweit zu rocken und der treblereiche Sound kam gut an.
Als zweiter Act folgte Schapka (Шапка), eine Band bestehend aus vier jungen Frauen, die es bereits seit fünf Jahren gibt, ein Umstand den allerdings bis zum Protestsongcontest nur wenige außerhalb der feministischen Szene bemerkt haben. Was sie in dieser Zeit musikalisch gemacht haben, erklärten sie auf der Bühne gleich selbst: Proberaumaufenthalte mit endlosen Diskussionen über „Was ist queer?“, anstatt Musik zu machen.
Trotzdem klang ihr Sound frisch wie am ersten Tag und ehrlich gefragt: „Wie viele so junge Bands können auf ein fünfjähriges Bestehen zurückblicken?“ Neben Gender, Queerness und der Dysfunktionalität kleiner, gummierter Elektrogeräte ist in ihren Liedern auch der Kampf auf dem langen Weg zum Führerschein ein Thema, welcher übrigens ein sehr unterhaltsamer und gelungener Song ist. Schapka sind bunt, laut, rotzefrech, und verströmen die Idee ihrer russischen Namensgeberinnen Pussy Riot (Aufstand der Miezekatzen) gekonnt in Österreich. Der russischen Sprache mächtig, singen sie davon nie heiraten zu wollen, ein Lied welches jeder Erklärung „warum?“ entbehrt, aber als Statement auch gut alleine im Raum steht. Noch nie schafften es professionelle Musikerinnen so dilettantisch zu klingen und selbst der Umstand über ihre eigenen Fehler zu lachen, ist nur ein weiteres Zeugnis ihrer großen schauspielerischen Fähigkeit, trotz Abgeklärtheit als Newbie zu erscheinen. Schapka ist knackig und schrill und wer sie noch nicht gesehen hat, sollte dies baldigst nachholen und diese Darbietung an musikalischem Kabarett einfach nur genießen.
Permaneder, die junge Combo des Wiener Chansonblues spielte auf und spätestens seit dem Protestsongcontest bleibt kein Auge mehr trocken. Permaneder sind im Rush! Sie spielen in Wien als gäbe es kein Morgen mehr und wissen seit jenem geschichtsträchtigen Tag im Rabenhoftheater, dass das Publikum hinter ihnen steht. Lasst andere die Sieger der Jury sein, Permaneder sind die Sieger der Herzen.

 

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